Faber Pro Deluxe 3.0 vs. Pro Essential 3.0: Der große Schwestern-Vergleich
Es gibt Geschwister, die sich ähnlich sehen und trotzdem nie das gleiche Zimmer wollten. Die Faber Pro Deluxe 3.0 und die Faber Pro Essential 3.0 sind so ein Paar. Beide kommen aus Caserta bei Neapel, beide machen Espresso aus ESE-Pads, beide haben einen Hebel, der sich anfühlt wie die Weiche einer Modelleisenbahn für Erwachsene. Und doch stellt sich beim Nebeneinanderstehen sofort die Frage: „Und was ist jetzt der Unterschied?“ Hier kommt die Antwort, mit Zollstock, Taschenrechner und einem Zwinkern.
Erst mal das, was gleich ist
Bevor wir die beiden gegeneinander antreten lassen, die gute Nachricht: Beim eigentlichen Espresso sind sie sich näher, als der Preisunterschied vermuten lässt. Faber verbaut laut Hersteller in allen Modellen dieselbe Brühgruppe. Beide arbeiten mit 15 bar Pumpendruck, 500 Watt und einer Brühtemperatur von 95 °C. Beide haben einen verstellbaren Pad-Presser aus Messing, einen Wassertank aus Glas mit rund 1,3 Litern, eine Tassenablage oben und 2 Jahre Garantie. Und beide verzichten bewusst auf Milchaufschäumer, Display und App. Die Faber-Familie ist eben altmodisch im besten Sinne: Sie redet nicht viel, sie macht Espresso.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | Pro Deluxe 3.0 | Pro Essential 3.0 |
|---|---|---|
| Magnetventil | ja, integriert | nein |
| Maße (B × T × H) | ca. 20,5 × 33 × 34 cm | ca. 18 × 28 × 32 cm |
| Auslaufhöhe | ca. 6,5 cm | ca. 7,5 cm |
| Brühkolben | Aluminium | Aluminium |
| Gehäuse | Edelstahl, Hebel und Trägerplatte in Chrom oder Messing | lackierter Edelstahl, Hebel und Bedienleiste aus Metall |
| Auch als blanker Edelstahl | ja, als Pro Deluxe 3.0 Inox | nein |
| Preis bei uns | 329,00 € (Inox: 349,00 €) | 299,00 € |
Unterschied Nr. 1: Das Magnetventil, oder die Kunst, sauber aufzuhören
Das ist der große, wenn auch unsichtbare Unterschied. Die Deluxe hat ein integriertes Magnetventil. Nach dem Brühen baut es den Restdruck in der Brühkammer sofort ab. Heißt im Alltag: Das Pad kommt trockener heraus, es tropft deutlich weniger nach, und in der Maschine bleibt weniger Feuchtigkeit zurück.
Die Essential hat kein Magnetventil. Das ist kein Drama, nur ein anderer Charakter. Sie ist ein bisschen wie ein Gast, der nach dem Abschied noch zwei, drei Sätze an der Tür sagt. Ein Küchentuch in Reichweite, und alles ist gut. Wer allerdings schon bei der Vorstellung eines Kaffeetropfens auf der Arbeitsplatte nervös mit dem Auge zuckt, weiß jetzt, wo die 30 Euro Aufpreis hingehen.
Tipp: Bei beiden Maschinen lohnt es sich, mit dem Pad-Presser zu spielen. Fester gedreht wird der Espresso kräftiger, lockerer gedreht milder. Tropft es beim Brühen am Rand, dreh ein Stück nach links. Und Vorsicht: Der Pad-Presser wird heiß. Die Finger danken es dir.
Unterschied Nr. 2: Größe, oder wie viel Platz hat dein Toaster noch?
Die Essential ist die kompakte Schwester: rund 2,5 Zentimeter schmaler, 5 Zentimeter weniger tief und 2 Zentimeter niedriger als die Deluxe. Klingt nach wenig, ist aber in manchen Küchen genau der Streifen Arbeitsplatte, um den Wasserkocher, Toaster und Obstschale seit Jahren einen Kleinkrieg führen.
Die Deluxe dagegen will gesehen werden. Sie ist kein Gastrogerät, aber eben auch keine Maschine, die sich hinter der Brotdose versteckt. Wer eine Küche hat, in der die Espressomaschine ruhig ein bisschen angeben darf, wird mit ihr glücklich.
Unterschied Nr. 3: Die Auslaufhöhe, das Tassen-Thema
Jetzt wird es überraschend: Bei der Auslaufhöhe hat die kleine Schwester die Nase vorn. Unter der Essential ist mit rund 7,5 Zentimetern einen Zentimeter mehr Platz als unter der Deluxe mit rund 6,5 Zentimetern. Für klassische Espressotassen spielt das keine Rolle. Wer aber gern direkt in eine etwas höhere Tasse brüht, sollte vorher kurz nachmessen. Zollstock statt Bauchgefühl, das ist hier die Devise.
Unterschied Nr. 4: Auftritt und Ausstattung
Die Deluxe ist das Flaggschiff der 3.0-Serie, und das sieht man ihr an: Edelstahl, Hebel und Trägerplatte wahlweise in Chrom oder Messing, dazu ein abnehmbarer Padhalter, den du einfach unter den Wasserhahn halten kannst. Wer es ganz puristisch mag, bekommt sie außerdem als Pro Deluxe 3.0 Inox in blankem Edelstahl, hochglänzend oder seidenmatt.
Die Essential setzt auf lackierten Edelstahl, Metallhebel und Bedienleiste aus Metall. Fühlt sich an wie ein Werkzeug, nicht wie ein Werbegeschenk. Ihr Glastank ist laut Hersteller spülmaschinenfest. Farbtechnisch geben sich beide nichts: Rot, Schwarz, Weiß, Navy, Türkis, British Green, Grau und mehr, jeweils mit Chrom- oder Messingdetails. Die Qual der Wahl bleibt dir also in jedem Fall erhalten.
Die Deluxe in Aktion
Wie ein Bezug mit der Pro Deluxe 3.0 aussieht, zeigt dieses Video:
Beim Abspielen werden Daten an YouTube übertragen.
Welche passt zu dir?
Nimm die Pro Deluxe 3.0, wenn …
- du Nachtropfen persönlich nimmst,
- deine Küche Platz für eine Maschine mit Bühnenpräsenz hat,
- du gern die Wahl zwischen Farbe und blankem Edelstahl hättest.
Nimm die Pro Essential 3.0, wenn …
- jeder Zentimeter Arbeitsplatte bereits verplant ist,
- du gelegentlich in eine etwas höhere Tasse brühst,
- du denselben Espresso-Kern willst und die 30 Euro lieber in Pads investierst. Das sind übrigens, je nach Sorte, gut und gern 80 bis 100 Espressi.
Unsere Kandidaten
Warum bei SoulTool?
Weil ESE bei uns kein Nebenjob ist. Pads, Maschinen und Zubehör findest du online und im Laden in Ingolstadt. Und wenn du dich zwischen den beiden Schwestern nicht entscheiden kannst, komm vorbei oder schreib uns. Über Faber reden wir gern, meistens länger als geplant.
Fazit: Gleicher Espresso, anderer Auftritt
Im Kern brühen beide Maschinen mit derselben Technik denselben guten Espresso. Die Deluxe legt Magnetventil, mehr Präsenz und die Inox-Option obendrauf, die Essential punktet mit kompakter Bauweise, mehr Platz unter dem Auslauf und dem kleineren Preis. Falsch machen kannst du nichts. Höchstens den Fehler, zu lange zu überlegen, während der Espresso noch gar nicht läuft.




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