ESE-Espresso zubereiten: In 7 Schritten zum Shot, der dich anlächelt
ESE ist das Espresso-System für Menschen, die morgens lieber Kaffee trinken als Kaffee machen. Trotzdem: Ein paar Handgriffe entscheiden, ob dein Shot nur wach macht oder glücklich. Hier ist unsere Anleitung – getestet an unzähligen Vormittagen im SoulTool-Laden, an denen wir „nur mal kurz die Maschine checken“ wollten.
Was du brauchst
- Eine ESE-Padmaschine (44 mm)
- ESE-Pads deiner Wahl
- Frisches, möglichst weiches Wasser
- Eine kleine, dickwandige Espressotasse (ja, die Tasse spielt mit – dazu gleich mehr)
Schritt 1: Frisches Wasser rein
Tank auffüllen, und zwar mit frischem Wasser – nicht mit dem, das seit Dienstag im Tank über sein Leben nachdenkt. Bei hartem Wasser (Hallo Oberbayern!) lohnt sich gefiltertes Wasser: gut für den Geschmack und gut für die Maschine.
Schritt 2: Vorheizen – und zwar richtig
Maschine einschalten und warten, bis die Kontrollleuchte signalisiert: bereit. Das dauert je nach Modell ein bis wenige Minuten. Aber „bereit“ heißt nicht „optimal“: Die Brühgruppe aus Messing braucht meist etwas länger als der Kessel, um richtig durchzuwärmen.
Schritt 3: Tasse vorwärmen
Ein Espresso hat nur ca. 30 ml. Trifft er auf eine kalte Porzellantasse, verliert er schlagartig Wärme – und mit ihr Aroma. Tasse mit dem Leerbezug aus Schritt 2 vorwärmen oder auf der Tassenablage parken. Das Wasser vor dem Bezug natürlich ausleeren. (Klingt selbstverständlich. Wir haben Dinge gesehen.)
Schritt 4: Pad richtig einlegen
Pad aus der Einzelverpackung nehmen und flach und mittig in den Padhalter legen. Wichtig:
- Das Papier am Rand nicht umknicken – sonst dichtet die Brühgruppe nicht sauber ab und Wasser läuft am Pad vorbei statt hindurch.
- Hat dein Pad eine kleine Papierlasche, zeigt die idealerweise nach vorne – dann bekommst du es später leicht wieder raus.
- Pad erst unmittelbar vor dem Bezug öffnen. Frische ist beim Espresso keine Tugend, sondern Pflicht.
Schritt 5: Verriegeln
Hebel schließen bzw. Padhalter bis zum Anschlag eindrehen. Geht der Hebel ungewöhnlich schwer oder ungewöhnlich leicht, passt etwas nicht – Pad-Sitz prüfen oder einen Blick in unseren Tuning-Guide werfen.
Schritt 6: Bezug starten – und rechtzeitig stoppen
Jetzt kommt der Moment. Die richtige Menge:
| Getränk | Menge pro Pad | Charakter |
|---|---|---|
| Ristretto | ca. 15–20 ml | Konzentriert, süßlich, sirupartig |
| Espresso | ca. 25–35 ml | Der Klassiker – ausgewogen, schöne Crema |
| Lungo | ca. 50–80 ml | Milder, länger – am besten mit speziellen Lungo-Pads |
Die häufigste Sünde: zu lange laufen lassen. Nach dem Espresso kommen aus dem Pad nur noch Bitterstoffe und dünnes Wasser. Wer einen großen Kaffee will, nimmt lieber ein Lungo-Pad – oder gießt heißes Wasser separat auf (Americano-Style).
Video (englisch): How to use an ESE Espresso Coffee Pod – via YouTube. Beim Abspielen werden Daten an YouTube übertragen.
Schritt 7: Pad raus, kurz spülen, genießen
Benutztes Pad direkt entnehmen – nicht bis morgen drin lassen, sonst klebt es fest und die Brühgruppe riecht nach „gestern“. Einmal kurz Wasser ohne Pad durchlaufen lassen, Padhalter abwischen, fertig. Dauert 10 Sekunden und ist die beste Pflege, die du deiner Maschine schenken kannst. Mehr dazu in unserem Reinigungs-Guide.
Bonus: Cappuccino & Co. mit ESE
Hat deine Maschine eine Dampflanze (z. B. die Faber Pro Deluxe 3.0), steht dem Cappuccino nichts im Weg: Erst den Espresso beziehen, dann Milch schäumen. Kalte, frische Vollmilch schäumt am cremigsten, Hafermilch in der „Barista“-Variante ebenfalls. Lanze danach sofort abwischen und kurz Dampf ablassen – angetrocknete Milch ist der Endgegner jeder Kaffeemaschine.
Kurz & knackig: die ESE-Checkliste
- Frisches, weiches Wasser
- Gründlich vorheizen + Leerbezug
- Tasse vorwärmen
- Pad flach und mittig, Rand nicht knicken
- Fest verriegeln
- 25–35 ml – dann Stopp!
- Pad raus, kurz spülen
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